Nachrichten und Informationen

Nachrichten und Informationen aus der täglichen Arbeit des Landtagsabgeordneten.

(Kommentare: 0)

Meine Meinung zur Corona-Krise: „15. März bis 19. April“

Vom 15. März bis zum 19. April: So lange gehen jetzt die vorverlängerten ‚Osterferien‘ an den Schulen und den Kindertagesstätten. Und mindestens so lange wird Corona-Ausnahmezustand sein nicht nur in den Schulen. Auch für mich überstürzten sich die Erkenntnisse: Am Mittwochabend bei der Sitzung des von mir geleiteten DRK-Präsidiums wurde mir durch die Mediziner klar, dass Verlangsamung der Ausbreitung das dringendste Gebot der Stunde ist. Donnerstagvormittag ist durch die verschobene und dann mit einer (betroffenen) Fraktion weniger durchgezogenen Plenarsitzung des Landtags klar geworden, dass das Virus auch näher an mich selbst herangerückt ist. Und Freitag früher Nachmittag war durch die Pressekonferenz der Landesregierung offenkundig, dass wir jetzt organisatorisch, sozial, wirtschaftlich und natürlich medizinisch alle Register ziehen müssen. In unseren Tagen – also in unseren Generationen – haben wir das alles bislang nicht erlebt!
 
Die ersten Schlussfolgerungen: Medizinisch sind wir in der Qualität vorbereitet, nicht in der Quantität. Unser Gesundheitssystem ist ‚auf Kante‘ genäht. Setzen wir darauf, dass es mit hoffentlich[ gesund bleibenden Ärzten und Rettungsdienstkräften die hohe Belastung steht. Es besteht aber Bedarf, mehr Vorhaltungen einzubauen. Organisatorisch hat sich die dezentrale Struktur der Landkreise als krisen-reagibel erwiesen. Krisen-Stäbe sind gebildet. Man kennt sich und versteht sich. Nicht alle sind aber gleich leistungsfähig. Vom Landkreis bis zur Bundesspitze muss deshalb ohne Revierdenken geklärt werden: wie kann im Krisenfall am besten schnell und effektiv gehandelt werden.

Wirtschaftlich ist die Lage offen: Wenn die Kunden in der zweiten Woche weg bleiben, wenn die Container-Schiffe in der sechsten Woche keine Teile mehr liefern, dann wird es ernst. Der nicht selten verschmähte Staat muss es dann richten. Über Liquiditätshilfen, Bürgschaften, Aufträge, Stundungen. Das muss sein! Sozial ist es ambivalent. ‚Solidarität‘ lässt sich nicht verordnen. Schon gar nicht in einer Gesellschaft, der viele noch bis vor kurzem die sarkastische Beschreibung ‚Wenn jeder an sich selber denkt, ist an alle gedacht‘ gewidmet haben. Dennoch glaube ich, dass das Miteinander großenteils funktioniert – und man vielleicht sogar daraus lernt. Und nebenbei: dass Jüngere wieder lernen, dass Verbote gelten, dass Reiche erfahren, dass man sich nicht alles kaufen kann, hat ja vielleicht auch etwas Gutes.
 
So ist die Krise auch eine Chance. Freilich nur, wenn politisch interpretiert wird. ‚Nichts kommt von selber‘, hat Willy Brandt gesagt. „Jede Zeit braucht ihre Antworten“. ‚Corona‘ diktiert uns quasi in den Block.

Zurück