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„Handwerk hat Zukunft “: Betriebsräte diskutieren mit Alexander Gonzalez und Peter Hofelich zu gemeinsamen Perspektiven von Handwerk und Industrie im Kreis Göppingen

Beim Betriebsrätestammtisch im Göppinger Roth-Carrée haben vor kurzem auf Einladung des Göppinger Abgeordneten Peter Hofelich (SPD) Betriebs- und Personalräte zu gemeinsamen Perspektiven von Handwerk und Industrie im Filstal diskutiert. Alexander Gonzalez, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, eröffnete dabei spannende Perspektiven auf die Zukunft des Handwerks und das Miteinander im Strukturwandel–denn insgesamt gebe es viele wichtige Anknüpfungspunkte für wohnortnahe Ausbildung, lokale Wertschöpfung und enge Kundenbindung, waren sich die Diskutierenden einig. Wünschenswert sei ein Imagegewinn für das Handwerk. Das gehe nur, wenn die Attraktivität des Handwerks in Zukunft noch besser herausgestellt werde, so der Tenor.

Die Kreishandwerkerschaft spiele eine wichtige Rolle im Kreis Göppingen, machte deren Geschäftsführer Alexander Gonzalez in seinem Impuls deutlich. Während die Industrie in der öffentlichen Wahrnehmung eine dominantere Rolle spielt, sei es wichtig, auch die Bedeutung des Handwerks noch stärker zu betonen. Dazu könnten auch die vielen Berührungspunkte zwischen Handwerk und Industrie im Kreis Göppingen genutzt werden, etwa bei Kooperationen mit der Industrie- und Handelskammer oder beim Austausch mit jungen Existenzgründern. In diesem Kontext könne es auch um übergreifende Themen wie etwa Unternehmensnachfolgen gehen, so Gonzalez. Im Gesamten komme die Wertschätzung von Handwerksbetrieben manchmal zu kurz. „Diese Betriebe versorgen uns im Alltag und bilden wichtige Fachkräfte aus“, betonte der Geschäftsführer mit Blick auf die Bedeutung der Handwerksbranche auf lokaler Ebene. Deshalb zeichne auch ein sehr guter Zusammenhalt unter den Betrieben das Handwerk im Kreis Göppingen besonders aus.

Der Göppinger Landtagsabgeordnete Peter Hofelich betonte in diesem Zusammenhang die Wertigkeit des Handwerks vor Ort, dessen Leistungen auch in Zukunft unersetzbar blieben. Umso wichtiger sei es deshalb, qualifizierten Nachwuchs für die vielfältigen Perspektiven in einem handwerklichen Beruf zu begeistern. Zwar könne guter Nachwuchs auch durch mehr Ausbildungs-Gehalt gewonnen werden. Doch auch auf anderen Wegen könnten die Betriebe auf sich aufmerksam machen – etwa durch einen wertschätzenden Umgang. Hofelich: „Ein Elektrikermeister aus der dualen Ausbildung kann heute eher reich und glücklich werden, als ein studierter Ägyptologe.“ Er wiederholte seine Forderung an die Eltern, deshalb nach der Grundschule verantwortungsvoll mit dem ihnen gegebenen Elternrecht umzugehen.

Konkret seien im Kreis Göppingen im vergangenen Jahr vier Prozent mehr Ausbildungsverträge unterzeichnet worden, so Gonzalez. Insgesamt hätten sich 440 junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk entschieden. Das sei unter den Kreisen der Region Stuttgart zwar die absolut niedrigste Zahl, bedeute jedoch bezogen auf die Größe des Kreises einen ordentlichen Wert. Dagegen sei es wichtig, in Zukunft wieder für mehr Meister-Qualifizierungen zu werben – etwa durch eine Wiedereinführung der Meister-Pflicht über die gefahrenbewehrten Berufe hinaus. Peter Hofelich wies auch die die Forderung der Landtags-SPD nach einer Meister-Prämie hin: „Die Einführung einer Meister-Prämie wäre ein großer Schritt hin zur besseren Gleichstellung von beruflicher und akademischer Bildung“, so Hofelich. Damit könnte auch dem Fachkräftemangen begegnet werden. Betriebsrat Efstathios Michailidis unterstrich zudem, dass Arbeitszeiten wie beispielsweise an einem Zwölf-Stunden-Tag das Handwerk für viele junge Menschen weniger attraktiv machten

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