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Ingrid Scherr und MdL Peter Hofelich besuchen ‚Südrad‘: „So geht man nicht mit Belegschaft und Betriebsrat um“

„Wir sind empört und traurig über den Schritt der abrupten Schließung, den die Firma Accuride für ihr Werk in Ebersbach plant. Wir sind solidarisch mit der Belegschaft und ihrem Betriebsrat und stehen anderen Seite, wenn es nun gilt, die Arbeitsplätze zu retten und gute Übergangslösungen zu finden“, betonen die Vorsitzende der SPD-Gemeinderatsfraktion in Ebersbach, Ingrid Scherr, und der Göppinger Landtagsabgeordnete Peter Hofelich (SPD). Am Freitag haben sich die Sozialdemokraten ein Bild der aktuellen Lage gemacht und den Traditionsbetrieb besucht.

Gemeinsam mit dem Betriebsrat wurden dabei Wege besprochen, wie es jetzt weitergehen könnte, nachdem vor kurzem die dramatische Botschaft der Schließung durch die Eigentümer bekanntgegeben worden war. Der Betriebsratsvorsitzende Jens Zemihn freute sich über den Besuch und das damit verbundene Zeichen der Unterstützung. Er schilderte die Ereignisse der vergangenen Tage, welche die Beschäftigten mit der unerwarteten Schließungsnachricht wie ein Keulenschlag getroffen hätten. Die Bitterkeit sei groß: Sowohl vom vormaligen Eigentümer, der Familie Fischbacher, wie auch von dem seit knapp einem Jahr neuen Eigentümer, der Firma Accuride mit dem Investor Crest View im Rücken, seien sinnvolle Vorschläge zur Erweiterung der Produkte und zur Verbesserung der Prozesse nie wirklich aufgenommen worden. Stattdessen habe es Vorhaben gegeben, bei denen ‚Häuptlinge‘ Geld verschwendeten und die ‚Indianer‘ Substanz schwinden sahen. Dabei komme die Firma von einem einstmaligen Eigenkapital von 67 Prozent. Hofelich, der in den vergangenen Jahren aufgrund der unverkennbaren Sorgen immer wieder in der Firma präsent war, teilte die Einschätzung der Betriebsräte: „Südrad wurde gekauft, um Kapazität aus dem Markt zu nehmen“. Dass dies bei einem Unternehmen, in das zu wenig investiert wurde, das aber zu hervorragender Qualität fähig ist, geradezu willkürlich mit einer kühlen Konsequenz und kurz angebundenen Kommunikation geschieht, sei empörend.

„Es gelten die Gesetze unseres Landes, insbesondere das Betriebsverfassungsgesetz. Die Kolleginnen und Kollegen haben einen Anspruch auf Informationen, Transparenz und Entscheidungs-Spielräume. Entlassungen von Betriebsräten sind ein No-Go“, betonte der Abgeordnete. Die Vorsitzende der SPD-Gemeinderatsfraktion Ingrid Scherr sprach die heutige Zusammensetzung der Belegschaft an. So gebe es viele Angelernte, die sich an ihrem Arbeitsplatz qualifiziert haben und sich gerade in der Altersgruppe zwischen 50 und 60 Jahren schwertun, eine neue angemessene Beschäftigung zu finden. Zudem habe man bereits seit 2015 Fachkräfte aufgrund der instabilen Lage verloren. Derzeit gebe es 13 Auszubildende, was eigentlich eine gute Perspektive sei. Ebenso herauszustellen sei die Fähigkeit, anderswo nicht leistbare Aufträge mit Kompetenz zu übernehmen. Zwar seien Stahlräder gegenüber Alu-Rädern in den letzten Jahrzehnten aufgrund des Designs bei Pkw massiv ins Hintertreffen geraten. Dabei sei aber ihre Öko-Bilanz besser. Wenn Kunden, Politik und Öffentlichkeit dazu eine neue Sicht gewinnen, könnte dies auch das Image von Stahlfelgen wieder aufpolieren.

Ingrid Scherr und Peter Hofelich sagten zu, auf ihren Ebenen das ihnen Mögliche für den Fortbestand des Ebersbacher Standorts zu tun, auch wenn zunächst der Ball vor allem bei Eigentümern und Betriebsrat liege. Der Firma sei zu wünschen, dass sich die Eigentümer auf eine bessere Strategie besinnen und ihrer sozialen und unternehmerischen Verantwortung gerecht werden.

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