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NWZ/Leitartikel: Landtagswahl

Künftig sitzen fünf statt bisher drei Abgeordnete aus dem Stauferkreis im Stuttgarter Landtag. Das überaus gute Abschneiden der Grünen bescherte dem Göppinger Chef der Ökopartei, Jörg Matthias Fritz, das Mandat. Der junge sozialdemokratische Kreisvorsitzende Sascha Binder profitierte wohl vom neuen Zuschnitt des Wahlkreises Geislingen. Neben den beiden Parlamentsneulingen vervollständigen die direkt gewählten CDU-Kandidaten Dietrich Birk und Nicole Razavi, sowie Peter Hofelich (SPD) das Abgeordneten-Quintett. Die starke Vertretung in Stuttgart kann der Landkreis Göppingen angesichts der gewaltigen Zukunftsaufgaben gut gebrauchen.

Dass drei der fünf Parlamentarier den Fraktionen angehören, die künftig im Landtag die Regierung stellen wollen, verdeutlicht auf Kreisebene den gestern stattgefundenen Machtwechsel in Stuttgart. Fraglich allerdings, ob einer der drei als Minister oder Staatssekretär auch den Sprung in die neue Regierung schafft.

Ein fast schon sicher geglaubtes Ministeramt ist mit der Abwahl von Schwarz-Gelb in Stuttgart Dietrich Birk entgangen. Der Christdemokrat, der in seinem Göppinger Wahlkreis überdurchschnittliche Verluste eingefahren hat, war als neuer Wissenschaftsminister gehandelt worden. Die CDU-Kreisvorsitzende Nicole Razavi, die sich im Wahlkreis Geislingen achtbar geschlagen hat, war im Vorfeld der Wahl als Staatssekretärin im Gespräch. Birk wie Razavi, die sich nun erstmals auf der Oppositionsbank wieder finden, ist es - trotz der Verluste - gelungen, SPD und Grüne auf Abstand zu halten. Die auf der Erfolgswelle schwimmende Öko-Partei darf sich ob ihrer Zugewinne im Kreis (bis auf wenige Ausnahmen in allen Kommunen deutlich zweistellig) freuen, doch bleibt sie hinter der SPD nur dritte Kraft im Kreis. Die Liberalen sind dagegen in einer ihrer Hochburgen in die Bedeutungslosigkeit abgerutscht. Da konnte selbst ein engagierter Bundestagsabgeordneter nicht mehr helfen. Die Linken blieben überraschend schwach. Mit seinen Kapriolen, die Linke-Kandidat Christian Stähle als Göppinger Stadtrat schlägt, konnte dieser wohl nur seine bisherigen Anhänger mobilisieren.

Dafür beeindruckte die Wahlbeteiligung, die kreisweit bei 67 Prozent lag, knapp 14 Prozent höher als 2006. Doch haben wir dies wohl eher den traurigen Ereignissen in Japan und der daraus resultierenden Diskussion über die Atomenergie zu verdanken und weniger einem gestiegenen Interesse an klassischen landespolitischen Themen. Ob das 2016 anders ist? RÜDIGER GRAMSCH

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