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"Unser Baden-Württemberg: Exportland oder Weltland ?"

Eine Woche auf Reisen in Südamerika. Chile und Brasilien. An der Spitze einer Baden-württembergischen Wirtschaftsdelegation. Erste Eindrücke: Natürlich die Distanz zur südlichen Hemisphäre. Fast 16 Stunden Flug bis Santiago. Aber auch die Nähe. Die SMS 'bin gut angekommen' in Sekundenschnelle von Zuhause beantwortet. Sicher auch das Wohlstandsgefälle. Die Baracken an der Straße vom Flughafen zur Innenstadt. Allerdings, Flughäfen und Hotels gleichen sich auf der ganzen Welt, geben dem Gast eine gewisse Vertrautheit. Interessanter aber die zweiten Eindrücke: Minister, die im Gespräch gerne Standpunkte aufnehmen und Kooperationen erörtern, aber auch selbstbewusst ihre Errungenschaften herausstellen. Wirtschaftsvertreter, die sehr wohl die Baden-württembergischen Perlen der dualen Ausbildung, der partnerschaftlichen Mitbestimmung und des dynamischem Mittelstands schätzen, diese aber bei sich integrieren und nicht bloß adaptieren wollen. Und vor allem die einfachen Menschen. Sie sind sich der Unzulänglichkeiten im Lande bewusst, etwa der Korruption, der Eliten-Klüngel oder der Kriminalität. Aber der unverstellte Blick auf diese Menschen, etwa beim Besuch zweier gewerblicher Schulen, zeigt doch auch, dass es junge Länder sind, die trotz aller noch vorhandener Unzulänglichkeiten mit ihrer Jugend nach vorne drängen und ihren wirtschaftlichen und sozialen Platz im Weltgeschehen einnehmen wollen und werden.
Aus all dem folgt für mich: Unser Baden-Württemberg kann sich nicht länger nur als 'Exportland' sehen. Trotz aller entsprechender Spitzenplätze in den Rankings. Denn mit 'wir liefern Waren samt Montage und bekommen dafür Geld oder Rohstoffe' wird man auf Dauer kein Partner dieser Länder sein. Das Exportland Baden-Württemberg braucht ein verändertes Rollenverständnis. Hin zu einem Partner in einer globalen Ökonomie. Das heißt: Sich auf den anderen wirklich einlassen. Auch sozial und mental. Sich mit realen Investitionen im Land engagieren. Nachhaltig und nicht bloß als verlängerte Werkbank. Sich für Erzeugnisse dieser Länder öffnen. Also auch in internationalen Abkommen eigene Interessen zurückstellen.
Wir sind künftig Teil einer 'internationalisierten Ökonomie'. Die ist keine Einbahnstraße, sondern ein Miteinander. Die muss übrigens kein oft befürchteter kultureller Einheitsbrei sei, sondern kann sehr wohl eigene Identitäten stärken. Wir Deutschen haben in Chile und Brasilien einen guten Ruf, weil wir über die Einwanderer der vergangenen Jahrhunderte auch gemeinsame Wurzeln haben. Zukunft braucht Herkunft.
Eine neue Einstellung ist also angesagt! Und viele in unserem Land leben dieses Grundverständnis ja schon heute. Viele unserer Betriebe, aber auch in unserer Zivilgesellschaft gibt es diesen Bewusstseinswandel. Man muss da nicht unbedingt nach Südamerika. Auch ein Besuch im Globalen Klassenzimmer des Göppinger Welt-Ladens in der Freihofstrasse lohnt......

Ihr Peter Hofelich

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Kommentar von Peter Kunze |

Gut gelungen, transparent und sehr informativ. Dank für die Aktualisierung

Kommentar von Anwender |

Die Weiterentwicklung gefällt mir gut

Kommentar von Christa Blank |

Lieber Peter, ich finde die Seite sehr gelungen.

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