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Talk im Roth diskutiert zur Mobilität der Zukunft: „Beschäftigte brauchen Sicherheit im Wandel“

Die Automobilindustrie und ihre Zulieferer stehen vor dem wohl größten Wandel ihrer Geschichte. Wie steht es um die Mobilität der Zukunft – und welchen Stellenwert hat dabei die E-Mobilität? Über diese Fragen haben vor kurzem im Göppinger Roth-Carrée rund 50 Besucher mit dem Landtagsabgeordneten Peter Hofelich und zwei Experten diskutiert. Denn nicht wenige Stimmen fordern auch mehr Technologieoffenheit.

Es sei „das Zukunftsthema schlechthin“, über das diskutiert werde, machte der Göppinger Landtagsabgeordnete Peter Hofelich (SPD) in seiner Begrüßung deutlich. Schließlich wisse man besonders im Filstal um die Bedeutung des aktuellen Strukturwandels – und es sei allen bewusst, „dass es zuletzt schwieriger geworden ist“. Umso mehr Redebedarf gab es bei zahlreichen Gästen und den beiden Experten. Franz Loogen, Geschäftsführer der Landesagentur für E-Mobilität, eröffnete dazu spannende Perspektiven aus der Praxis. Die Frage müsse lauten, was auf dem Weltmarkt verkauft werden kann – und da gebe es zurzeit keine Alternative zur E-Mobilität, die im Übrigen die beste Energieeffizienz vorweisen kann. Diese „signifikante Veränderung von Marktansprüchen“ bringe mit sich, dass in den kommenden Jahren eine Mischung von verschiedenen Antrieben vorherrschen werde. „Wir werden noch verhältnismäßig lange Verbrenner fahren“, sagte Loogen mit Blick auf lange Fahrtstrecken.

Umso bedeutsamer sei es, sich der aktuellen Diskussion zu stellen und zu fragen, wie der Markt für E-Mobilität auch durch mehr heimische Firmen bedient werden könne. Dabei müsse es auch um bessere Bildungsangebote für Beschäftigte gehen. Damit stimmte auch Kai Burmeister überein, der bei der IG Metall Baden-Württemberg für die Transformation der Arbeitswelt zuständig ist. Es müsse gelingen, saubere Mobilität und gute Arbeitsbedingungen miteinander zu verbinden. „Beschäftigte brauchen Sicherheit im Wandel“, sagte der Gewerkschafter. In jedem Falle sollte verhindert werden, dass der technologische Wandel ausgenutzt wird, um Renditen zu steigern und Stellen aus der Produktion zu verlagern. „Die Transformation wird so radikal sein, da brauchen wir die Hilfe der Politik“, betonte Burmeister hinsichtlich notwendiger politischer Weichenstellungen. Sinnvoll sei etwa ein Kurzarbeitergeld für betroffene Beschäftigte.

Bei der Diskussion nutzten viele interessierte Besucher die Gelegenheit, um mit den Experten ins Gespräch zu kommen und konkrete Fragen loszuwerden. Vor allem die technischen Perspektiven über den Elektroantrieb hinaus bewegten viele. Dabei brachten auch Vertreter des Kfz-Handwerks wie Ludger Wendeler, Obermeister der Kfz-Innung, ihre Expertise ein – etwa bei der Frage, wieviel Technologieoffenheit nötig sei. Einig waren die Diskutierenden darin, dass der Wandel der Mobilität nicht durch Zwang gelingen könne. Stattdessen müsse es noch besser gelingen, vor Ort die Chancen des Strukturwandels zu nutzen und Beschäftige für die Zukunft der Arbeit zu qualifizieren.

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